Unsere Forschung zu Störungen des Bewusstseins (DOC) konzentriert sich auf die verbleibende kognitive Verarbeitung und (das minimale) Bewusstsein bei veränderten Bewusstseinszuständen, d.h.: VS, MCS und LIS. Außerdem interessieren wir uns auch für zirkadiane Rhythmen in dieser klinischen Gruppe.
Aber was ist Bewusstsein? Es ist schwierig eine allgemeine Definition für diesen Begriff zu finden, weshalb Bewusstsein hauptsächlich ein theoretisches Konstrukt ist. Aufgrund des Verhaltens ist man aber der Meinung, dass zwei Faktoren für unser Bewusstsein verantwortlich sind. Dazu gehört die Wachsamkeit und die Erregung, wobei beide Faktoren notwendig sind und keiner davon selbstständig für Bewusstsein ausreichend ist. „Gesundes Bewusstsein“ wird charakterisiert durch die Variation dieser zwei Faktoren. Beispielsweise sinkt im Schlaf (NREM Phase) unsere Erregung, Selbstwahrnehmung sowie unsere Umgebung gemeinsam mit unserem Bewusstsein. Während bei Gehirntod, Koma und Anästhesie beide Faktoren fehlen und deshalb auch kein Bewusstsein feststellbar ist, kann bei vegetativen und minimalen Bewusstseinszuständen (VS und MSC) Erregung festgestellt werden. Diese Zustände sind charakteristisch wenn Menschen aus dem Koma erwachen, nach verschiedenen traumatischen Gehirnverletzungen oder ischämischen Attacken, Infarkten oder Herzstillstand. Dabei gibt es eine Trennung dieser beiden Faktoren die durch Schwankungen in der Erregung gekennzeichnet sind. Beispielsweise kann das Bewusstsein beim Schließen und Öffnen der Augen fehlen (VS) oder sehr stark schwanken (MCS). Das „Locked-in-Syndrom“ bezeichnet keinen Zustand von Bewusstseinsstörungen im engen Sinne, denn Patienten sind trotz ihres gelähmten Zustandes bei völligem Bewusstsein.
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